Projekt-Beschreibung

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DFG-Projekt "Die Stadtsprache Hannovers"

Ein seit etwa 200 Jahren weitverbreiteter sprachlicher Mythos lautet, in und um Hannover werde das „beste“ Hochdeutsch gesprochen. Nur wenige empirische Studien haben bislang aus synchroner Sicht untersucht, ob diesem Mythos eine sprachliche Realität – etwa eine tatsächlich kaum lokal oder regional gefärbte Aussprache des kodifizierten Standarddeutsch – zugrunde liegt.

Das DFG-Projekt „Die Stadtsprache Hannovers“ analysiert den Mythos im Kontext der real-sprachlichen Landschaft Hannovers: Um ein möglichst vollständiges Bild der stadtsprachlichen Sprachlagen zu erlangen, werden in einem mehrgliedrigen Sprachexperiment Sprachdaten von Hannoveranern und Hannoveranerinnen erhoben und im Hinblick auf standardkonforme und standard-divergente Elemente untersucht. Parallel dazu werden die Gewährspersonen nach ihren Kenntnissen von und Einstellungen gegenüber diesen Varietäten sowie bestimmten sprachlichen Erscheinungen (etwa regionale und lokale Aussprachen) befragt.

Das Projekt untersucht den Mythos somit erstmalig ausführlich aus variationslinguistischer Sicht anhand von aktuellen Sprachdaten sowie Meinungen, Bewertungen und weiterer Wissensbestände der Hannoveraner Sprecher und Sprecherinnen selbst. Ziel ist eine erschöpfende Antwort auf die Frage, ob es sich bei dem bekannten Mythos um Fiktion oder eine sprachwissen-schaftlich fundierte Wirklichkeit handelt.

Das Projekt wird gefördert durch die

„Deutsche Forschungsgemeinschaft“

(DFG, Projektnummer 431328772)

Laufzeit: 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2022.

PROJEKTBEREICH 1: Quantitative Daten

In einem mehrgliedrigen Sprachexperiment sowie in verschiedenen Gesprächssettings werden Sprachdaten der Hannoveranerinnen und Hannoveraner erhoben. Ganz gezielt werden diese unter anderem nach ihrem Hochdeutsch gefragt. Die so gewonnenen Sprachdaten werden nach aktuellen linguistischen Methoden ausge-wertet und das Auftreten standarddeutscher, regional-sprachlicher und lokaler Aussprachen einer explorativen statistischen Analyse unterzogen. Letztlich sollen die Ergebnisse eine Antwort auf die Frage erlauben, wie „hochdeutsch“ die Sprache in Hannover tatsächlich ist.

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PROJEKTBEREICH 2: Qualitative Daten

In diesem Projektteil werden mittels sprachbiografischen Interviews, Mental Maps und Perzeptionstests Ein-stellungen, sprachliche und sprachräumliche Konzepte sowie Hörurteilsdaten hannoverscher Gewährspersonen erhoben. Dies trägt nicht nur zur besseren Interpretation der quantitativen Sprachproduktionsdaten bei, sondern zeichnet auch urbane Sprecherbiografien, Normhorizonte und (sprachliche) Handlungs- und Deutungsmuster von Hannoveranern und Hannoveranerinnen nach und fördert Wissensbestände zum innerstädtischen Variations- und Varietätenspektrum (Hochdeutsch, Hannöversch, Nieder-deutsch) zu Tage. Der hannoversche Hochdeutsch-Mythos wird damit auch aus einer Innenperspektive beleuchtet.

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PROJEKTBEREICH 3:
Vergleichsstudie Braunschweig
(nicht DFG-gefördert)

Der Sprachmythos besagt, dass in Hannover das beste/reinste“ Hochdeutsch gesprochen wird. Ein relationaler Begriff! Eine Vergleichsstudie in Braunschweig, der nächsten Großstadt, soll zeigen, ob die sprachliche Situation in Hannover einmalig oder durchaus vergleichbar mit derjenigen anderer Städte ist.